Unter dem Motto „Niemand ist zu jung, Veränderung zu gestalten“ bringen Jugendliche ihre Ideen ein und entwickeln gemeinsam kreative Lösungen für ihre Schule.
Selbstwirksamkeit gilt als Schlüsselkompetenz für die Zukunft. Doch wie lernen Jugendliche, dass ihre Ideen zählen? Young Empowerment, ein gemeinwohlorientierter Bereich der Learning Design Company Forever Day One, und die Baumarktkette Hornbach gehen einen praktischen Weg: Sie bringen Baumaterialien in Schulen und lassen Schüler*innen ihre eigenen Projekte umsetzen. Bildung wird dabei zum Erfahrungsraum.
Ein lautes Lachen, Holzspäne in der Luft, Ideen an der Werkbank
An diesem Vormittag herrscht in der Schulaula kein klassisches Unterrichtsgefühl. Anstelle von Stühlen und Tischen stehen Werkbänke, statt Arbeitsblättern liegen Zollstöcke, Schrauben und Schleifpapier bereit. Gruppen von Jugendlichen diskutieren, skizzieren, probieren aus. In der Mitte arbeitet ein Team an einem Holzbank-Projekt für den Pausenhof.
„Wir wollten etwas bauen, das bleibt“, sagt eine Schülerin und streicht sich den Holzstaub von der Hand. In diesem Workshop entsteht nicht nur ein Möbelstück, sondern ein Moment, in dem junge Menschen erleben, dass ihre Ideen zählen und Wirkung entfalten können.
Zukunftsfähigkeit beginnt mit Beteiligung
Die Herausforderungen für Schule und Ausbildung sind vielfältig: Fachkräftemangel, digitale Transformation, gesellschaftlicher Wandel. Gleichzeitig schildern viele junge Menschen, wie unsicher ihnen die Zukunft erscheint.
Jugendliche fordern, dass Schule ein Ort wird, der Lust auf Lernen macht. Sie brauchen aktive Lernorte, in denen sie wachsen, mitgestalten und sich wirksam erleben können. Das belegen beispielsweise die Ergebnisse des Beteiligungsprojekts „Generation BD“ des Forums Bildung Digitalisierung und der Deutsche Telekom Stiftung.1
Das Projekt lief von Januar 2024 bis September 2025. In diesem Zeitraum formulierten 15 Schüler*innen aus acht Bundesländern ihre Forderungen zur schulischen Transformation.
„Selbstwirksamkeit ist keine beiläufige Fähigkeit“, sagt Lina Westermann vom Team von Young Empowerment. „Sie ist die Grundlage dafür, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und den Wandel aktiv mitgestalten können. Deshalb schaffen wir Lern- und Erfahrungsräume für Jugendliche, in denen Zukunftskompetenzen wie diese vermittelt werden.“
Zahlreiche Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulen engagieren sich bereits heute dafür, genau solche Lernorte zu eröffnen, oft unter anspruchsvollen Bedingungen. Young Empowerment arbeitet dabei mit Schulen, Unternehmen und weiteren Partner*innen zusammen, um innovative Lernformate zu entwickeln und direkt in die Praxis umzusetzen.
Selbstwirksamkeit ist die Grundlage dafür, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und den Wandel aktiv mitgestalten können.“
Ein gemeinsames Ziel: Bildung als Erfahrungsraum
Die Vision von Young Empowerment ist klar: eine Welt, in der junge Menschen mit Neugier und Zutrauen in die Zukunft gehen und eine Gesellschaft, die ihre Perspektiven ernst nimmt. Um diesen Anspruch praktisch umzusetzen, arbeitet Young Empowerment an Sensibilisierung, co-kreativer Programmentwicklung und verlässlicher Zusammenarbeit.
Hier setzt das Projekt „Hornbach macht Schule“ an, ein gemeinsames Projekt von Hornbach und Young Empowerment: Seit 2020 haben die Workshops, Camp-Wochen und andere Aktivitäten vor Ort bereits 122.678 Jugendliche erreicht. Unter dem Motto „Niemand ist zu jung, Veränderung zu gestalten“ arbeiten sie in Teams daran, Probleme zu erkennen, Lösungen zu entwickeln, Selbstbewusstsein zu stärken und eigene Ideen umzusetzen.
Der Aufbau wirkt nicht wie ein Programm von außen, sondern wie ein Projekt, das direkt an der Schule ansetzt: Ein Coach erkundigt sich nach Bedürfnissen, eine Lehrkraft ergänzt Hintergründe, zwei Hornbach-Mitarbeitende geben praktische Hinweise, wie Holz stabiler verschraubt werden kann. So entsteht ein gemeinsamer Arbeitsprozess, in dem Fachwissen, pädagogische Erfahrung und jugendliche Kreativität zusammenfließen.
Eine Szene vom Vormittag zeigt das gut: Drei Jugendliche entwickeln ihren „Ort der Zukunft“, einen Bereich in der Schule, den sie nach ihren Bedürfnissen gestalten, und setzen ihre Ideen zunächst als Prototyp um. Das Modell wackelt.
Aus dem Hintergrund kommt ein junger Mitarbeiter aus dem lokalen Hornbach-Markt dazu, nicht mit einer fertigen Lösung, sondern mit einer einfachen Frage: „Was wollt ihr erreichen?“ Erst als die Gruppe Form und Funktion erklärt, entwickeln sie gemeinsam eine Lösung. Dieser unscheinbare Moment stärkt das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, fördert ihre Teamarbeit und lässt sie Verantwortung übernehmen.
Hornbach macht Schule
Am Ende des Projekts stehen nicht nur fertige Objekte, sondern vor allem wertvolle Erfahrungen. Die Jugendlichen haben erlebt, dass ihre Ideen und ihr eigenes Handeln zählen.
Wie Kooperationen Lernprozesse erweitern
Hornbach macht Schule wirkt inzwischen weit über einzelne Schulen hinaus. Lehramtsstudierende der Technischen Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg begleiten regionale Schulen bei der Umsetzung der Workshops. Sie erleben die Programme aus der Perspektive der Schüler*innen, lernen sie intensiv kennen und setzen sie selbstständig an den Schulen um. Dieser Train-the-Trainer-Ansatz erzeugt einen Multiplikator-Effekt: Wissen, Methoden und Erfahrungen werden weitergegeben, während Teamarbeit, Selbstwirksamkeit und kreative Problemlösung gefördert werden.
Ein weiteres Lernformat ist die Baukisten-Edition „Stapelbox“, die gemeinsam mit den Unternehmen Hettich DIY und Wolfcraft entwickelt wurde. Sie enthält Materialien, Werkzeuge und Anleitungen, mit denen Lehrkräfte und Schüler*innen ein erstes Bauprojekt umsetzen und gemeinschaftliche Schulgestaltung erleben können. Die Baukiste verdeutlicht, dass die Partner einen gemeinsamen Zweck verfolgen und sich gesellschaftlich engagieren, um die Wirkung von Hornbach macht Schule über einzelne Projekte hinaus zu erhöhen.
Der Train-the-Trainer-Ansatz erzeugt einen Multiplikator-Effekt.“
Selbstwirksamkeit als Zukunftskompetenz
Am Ende des Projekts stehen nicht nur fertige Objekte in der Aula, sondern vor allem wertvolle Erfahrungen. Die Jugendlichen haben erlebt, dass ihre Ideen und ihr eigenes Handeln zählen.
Diese Erlebnisse stärken zentrale Zukunftskompetenzen: Selbstwirksamkeit, Teamarbeit, Kreativität, Problemlösungsfähigkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Solche Momente prägen nachhaltig und zeigen, wie junge Menschen lernen können, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.
Hornbach macht Schule
Die Vision von Young Empowerment ist klar: eine Welt, in der junge Menschen mit Neugier und Zutrauen in die Zukunft gehen und eine Gesellschaft, die ihre Perspektiven ernst nimmt.
Im Young Empowerment gestaltet die Autorin als Expertin für Strategie-, Team- und Organisationsentwicklung Räume, in denen junge Menschen ihre Stärken entfalten können.