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Wie die Pharmaindustrie um Nachwuchs wirbt

Azubis gesucht

Besonders in der Pharmaindustrie, die auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen ist, spielt innovatives und ziel­gerichtetes Ausbildungsmarketing eine entscheidende Rolle. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim kombiniert verschiedene Strategien, um junge Menschen von einer Laufbahn in der Branche zu überzeugen.

Digitale Präsenz und Social Media

Viele junge Menschen verbringen täglich mehrere Stunden auf Social Media. Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube sind für Unternehmen zu wichtigen Kommu­nikationskanälen geworden. Boehringer Ingelheim reagiert darauf und nutzt Instagram, um potenziellen Azubis ­Ein­blicke in die Arbeitswelt zu geben.

Ein Beispiel ist die Kampagne „Brennende Fragen an HR“, bei der Mitarbeitende und Auszubildende die Fragen der Follower*innen persönlich beantworten. Dieser Ansatz ermöglicht es den Follower*innen, sich zu Themen wie Karrierechancen, Arbeitsalltag, Unternehmenskultur oder Benefits an echte Mitarbeitende zu wenden. Die Antworten werden in einem lockeren Format präsentiert, oft begleitet von Einblicken in den Arbeitsalltag und die Büroumgebung. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und potenziellen Bewerber*­innen aufzubauen.

Aus dem Erfolg dieser Kampagne lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen:

  • – Authentizität ist entscheidend: Die direkte Einbindung von Mitarbeitenden und Auszubildenden schafft Vertrauen und zeigt die Unternehmenskultur aus erster Hand.
  • – Interaktive Formate fördern Engagement: Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und direkt Antworten zu erhalten, erhöht die Interaktion und stärkt die Bindung zur Marke.
  • – Klare Zielgruppenansprache: Die Inhalte sollten auf die Interessen und Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sein, um maximale Wirkung zu erzielen.
  • – Kontinuierliche Evaluation: Regelmäßiges Feedback von Follower*innen und Mitarbeitenden hilft, die Kampagne weiterzuentwickeln und neue Ideen zu generieren.
  • – Mut zur Transparenz: Unternehmen, die offen und ehrlich kommunizieren, gewinnen Vertrauen und können sich positiv von der Konkurrenz abheben.
  • Für seine Schulkooperationen erhielt Boehringer Ingelheim 2025 den Schulewirtschaft-Preis.

    (Quelle: Schulewirtschaft Deutschland/William Veder)

    Für seine Schulkooperationen erhielt Boehringer Ingelheim 2025 den Schulewirtschaft-Preis.

    Employer Branding und Wertekommunikation

    Ein unverwechselbares Employer Branding ist im Ausbildungsmarketing entscheidend, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Innovation, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung stehen für Boehringer Ingelheim im Mittelpunkt. Durch gezielte Kampagnen wird gezeigt, wie das Unternehmen nicht nur die Gesundheit von Menschen und Tieren verbessert, sondern auch aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beiträgt.

  • 1. Innovation:
    Als forschungsgetriebenes Unternehmen investiert Boehringer Ingelheim kontinuierlich in die Entwicklung von Humanmedizin und Tiergesundheit. Mitarbeitende werden aktiv in Innovationsprozesse eingebunden, sei es durch interdisziplinäre Projektteams, Hackathons oder die Förderung von Ideen durch interne Innovations­programme, z. B. das Ideenmanagement. Diese Kultur der Innovation wird gezielt kommuniziert, um Talente anzusprechen, die nach einem Umfeld suchen, in dem sie kreativ arbeiten und etwas bewirken können.
  • 2. Nachhaltigkeit:
    Das Thema Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dies zeigt sich in Initiativen wie der Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, nachhaltigen Produktionsprozessen und der Unterstützung von Projekten zur Wiederaufforstung und Biodiversität. Ein Beispiel ist das Engagement für nachhaltige Lieferketten, bei denen Partnerunternehmen nach strengen öko­logischen und sozialen Standards ausgewählt werden. Durch die Kommunikation dieser Maßnahmen wird deutlich gemacht, dass Mitarbeitende Teil eines Unternehmens sind, das Verantwortung für die Umwelt übernimmt und an einer besseren Zukunft arbeitet.
  • 3. Soziale Verantwortung:
    Boehringer Ingelheim engagiert sich weltweit für soziale Projekte, die über den direkten Unternehmenszweck hinausgehen. Dazu gehören Programme wie „Making More Health“, das Ansätze zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in unterversorgten Regionen entwickelt. Auch die Unterstützung von Mitarbeitenden bei ehrenamtlichen Tätigkeiten wird gefördert, beispielsweise durch spezielle Freistellungsprogramme. Nachwuchskräfte werden aktiv in Projekte eingebunden, die ökologische und soziale Verantwortung fördern. Ein Beispiel ist die Initiative „More Green“, bei der Auszubildende Ideen für nachhaltige Prozesse im Unternehmen erarbeiten.
  • Besonders in der Pharmaindustrie, die auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen ist, spielt innovatives und zielgerichtetes Ausbildungsmarketing eine entscheidende Rolle.“

    Kooperationen und Netzwerke

    Ein weit verzweigtes Netzwerk und gezielte Kooperationen sind entscheidend, um frühzeitig Berührungspunkte mit potenziellen Nachwuchskräften zu schaffen. Boehringer Ingelheim setzt auf Partnerschaften mit Schulen, Hoch­schulen und anderen Bildungseinrichtungen, um junge Talente zu fördern und ihnen praxisnahe Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen.

    Infotag der Ausbildung: Boehringer Ingelheim bietet Einblicke in verschiedene Berufs­felder und vergibt ­Praktikumsplätze.

    (Quelle: ­Boehringer Ingelheim)

    Infotag der Ausbildung: Boehringer Ingelheim bietet Einblicke in verschiedene Berufs­felder und vergibt ­Praktikumsplätze.

    Vielfältige Formate für den Austausch

    Veranstaltungen wie Karrieremessen, Bewerbertrainings und Praktika bieten jungen Menschen die Möglichkeit, das Unternehmen kennenzulernen und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.

    Ein Beispiel dafür sind die Veranstaltungen „Gemeinsam Zukunft gestalten“, bei denen Schülergruppen das Werks­gelände besuchen. Dort durchlaufen sie praxisorientierte Workshops in fünf verschiedenen Berufsfeldern und erhalten einen direkten Einblick in die Arbeitswelt bei Boehringer Ingelheim.

    Ein weiteres Beispiel ist die „AzubiTalkRunde“, bei der die Schüler*innen ihre Fragen im direkten Austausch mit den aktuellen Auszubildenden klären können. Dieser persönliche Dialog schafft eine Verbindung und ermöglicht es den Teilnehmenden, sich ein realistisches Bild von den Ausbildungsberufen und der Unternehmenskultur zu machen. Die Veranstaltung wurde jüngst mit dem Schulewirtschaft-Preis 2025 ausgezeichnet — ein Beleg für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Boehringer Ingelheim und den Schulen in der Region.

    Authentizität ist entscheidend: Die direkte Einbindung von Mitarbeitenden und Auszubildenden schafft Vertrauen und zeigt die Unternehmenskultur aus erster Hand.“

    Infotag der Ausbildung: Einblicke und Vernetzung

    Ein weiteres zentrales Instrument zur Nachwuchsförderung ist der jährliche Infotag der Ausbildung. An diesem Tag öffnet Boehringer Ingelheim die Türen des Ausbildungszen­trums und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, die verschiedenen Berufsfelder praxisnah und detailliert kennenzulernen. Verschiedene Teams stellen ihre Berufe vor, geben praktische Einblicke und beantworten Fragen.

    Besonders beliebt ist die Vergabe von Praktikumsplätzen, die an diesem Tag stark frequentiert ist. Darüber hinaus bietet der Infotag Raum für informellen Austausch: In der Gaming-Zone oder der Chillout-Area mit Essen und Getränken können sich die Teilnehmenden vernetzen und länger verweilen. Diese entspannte Atmosphäre fördert den Dialog und schafft eine positive Verbindung zum Unternehmen.

    Azubi-Botschafter*innen

    Um Einblicke aus erster Hand zu ermöglichen, hat Boehringer Ingelheim Azubi-Botschafter*innen etabliert, die ihre Erfahrungen über Social Media und bei Veranstaltungen weitergeben.

    Seit Anfang 2026 baut das Unternehmen diesen Ansatz weiter aus: Schüler*innen und Eltern können über die Website von Boehringer Ingelheim Gesprächstermine mit Auszubildenden in verschiedenen Berufen buchen — online und kostenlos. Die Gespräche sollen dabei helfen, erste Fragen zu klären und ein Verständnis für den jeweiligen Beruf zu schaffen.

    Das Ausbildungsangebot bei Boehringer Ingelheim:

    Wer sich als Nachwuchskraft einbringen und weiterent­wickeln will, findet bei Boehringer Ingelheim praxisnahe Programme. Neben klassischen Ausbildungsberufen wie Chemielaborant*in oder Kauffrau/-mann für Büro­management werden auch duale Studiengänge in ­Kooperation mit Hochschulen angeboten. Moderne Lernmethoden wie E-Learning, Virtual Reality (VR) und Gamification machen die Ausbildung interaktiv und spannend. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von VR-­Simulationen, bei denen Auszubildende komplexe Laborprozesse oder Produktionsabläufe virtuell durchspielen können, bevor sie diese in der Praxis anwenden. Gamification-Ansätze, wie Lernspiele zur Vermittlung von Fachwissen, fördern nicht nur den Lernerfolg, sondern auch die Motivation der Auszubildenden. Durch die globale Ausrichtung des Unternehmens haben Auszu­bildende außerdem die Möglichkeit, auch im Ausland Erfahrungen zu sammeln und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben.

    www.meine-zukunft-bei-boehringer-ingelheim.de/

    www.schulewirtschaft.de/preis/preistraeger-2025/boehringer-ingelheim/

    Monika Schmitt-Herrmann
    Managerin Ausbildungsmarketing Ingelheim bei Boehringer Ingelheim

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